Seit dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro von1992 haben viele Menschen grundsätzliche Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit beigesteuert. In diesem Artikel möchte ich feministische Einsichten mit wirtschaftlichen und ökologischen Analysen verbinden. Als erstes diskutiere ich die vermutete ökologische Rolle unserer Vorfahren, dann komme ich auf wichtige Ereignisse in der Menschheitsgeschichte zu sprechen, die den Umgang mit Menschen und mit der Natur stark verändert haben. Zuletzt skizziere ich die Bedingungen für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Homo sapiens und seine ökologische Rolle

Es gibt zwei sich widersprechende Theorien über die Einflussnahme von Homo sapiens auf seine natürliche Umwelt. Einige Biologen gehen davon aus, dass Homo sapiens seine Ressourcen regelmässig überstrapaziert habe und auch für die Ausrottung von anderen Arten verantwortlich sei – dieses nicht nachhaltige Verhalten gehöre quasi zu seiner natürlichen Ausstattung. Fachleute aus der Anthropologie verweisen dagegen auf Völker, die – bis zur Begegnung mit der Moderne – durchaus nachhaltig gelebt hatten und zwar jahrtausendelang. Biologisch gesehen sind Menschen unspezialisierte Allesfresser, die – ein bisschen ähnlich wie Rabenvögel – aufgrund ihrer sozialen und intellektuellen Fähigkeiten, jeden Lebensraum besiedeln können. Weil Menschen, wenigstens im Vergleich zu den anderen Menschenaffen, in relativ kurzer Zeit viel Nachwuchs produzieren, ist es möglich, dass es zur menschlichen Natur gehört, immer wieder neue Lebensräume zu besiedeln. Diese immer wieder stattfindenden Wanderungen können, müssen aber nicht im Zusammenhang mit der Schädigung von Ökosystemen stehen.

Die Frage, ob homo sapiens ab einer bestimmten Zeit regelmässig andere Arten ausgerottet hat, kann mit den heute vorliegenden Daten nicht eindeutig beantwortet werden. Was wir jedoch sicher wissen: Ausbeutung und Verschmutzung der Natur haben in den letzten 250 Jahren exponentiell zugenommen. Und diese nicht nachhaltige Wirtschaftsform ist dem Menschen mit Bestimmtheit nicht angeboren!

Ökologische Theorie

Für das Verständnis heutiger Wirtschaftssysteme können wir das Gedankengebäude der naturwissenschaftlich orientierten Ökologie mit dem der ökonomischen Theorien vergleichen. Was bedeutet zum Beispiel Produktion in der Ökosystem-Theorie?

Ökologisch gesehen sind diejenigen Lebewesen grundlegend, die aus anorganischen Stoffen organische aufbauen können. Dazu sind gewisse Bakterien, Algen sowie die Pflanzen befähigt. Man bezeichnet diese Lebewesen als Produzenten oder Primärproduzenten weil sie die Nahrung für die anderen Lebewesen bereitstellen. Lebewesen wie Pilze oder Tiere, welche organische Stoffe essen müssen, damit sie einen Energiestoffwechsel betreiben können, heissen in der ökologischen Fachsprache Konsumenten. Der Kreislauf in der Natur wird geschlossen, wenn die organischen Substanzen vollständig abgebaut sind – in den meisten Fällen braucht es hierzu Spezialisten, die man Destruenten nennt. Alle Lebewesen bestehen ja überwiegend aus organischem Material; so können sie anderen Lebewesen zur Nahrung dienen, entweder tot oder lebendig. Wenn ganze Ökosysteme betrachtet werden, unterscheidet man die Herstellung von organischem Material aus anorganischem von der Produktion tierischer Körper bzw. tierischem Nachwuchs. Frisst ein Hase also Gras, so konsumiert er einen Teil der primären Produktion. Baut er seinen Körper auf, in dem er die Energie aus der Nahrung in körpereigene Proteine investiert, ist er aus ökologischer Sicht sekundär produktiv. Wirft eine Häsin Junge, gilt das auch als Sekundärproduktion, denn die Häsin hat aus ihrem eigenen Körper mit ihren eigenen Stoffwechselfähigkeiten Nachwuchs produziert. Diese stellen wiederum Nahrung dar für Beutegreifer, deshalb ist es korrekt, von Produktion (wenn auch bloss von Sekundärproduktion) zu sprechen. Hasen tragen, wie jedes Beutetier, zur Nahrung von Konsumenten der nächsten Ordnung bei. Bis zum Ende der Nahrungskette wird die gesamte, ursprünglich von der Sonneneinstrahlung stammende Energie praktisch aufgebraucht sein. Das Ökosystem kann sich aufrechterhalten, weil die Destruenten die anorganischen Stoffe, die die Produzenten benötigen, aus dem Abbau von organischen Resten wieder zur Verfügung stellen und weil das Licht von der Sonne nie versiegt.

Was bedeutet dies nun für menschliche Aktivitäten und Wirtschaftsformen?

Menschen ernähren sich, wie alle Tiere, von organischem Material und nehmen von daher die Rolle von Konsumenten ein. Alles, was Menschen tun, ist Konsum, nicht Produktion. Mit zwei Ausnahmen:

Erstens sind Menschenfrauen, die Kinder gebären, produktiv, denn der Vorgang, aus dem eigenem Körper neues Leben entstehen zu lassen, ist der gleiche wie im Beispiel der Häsin, wo wir ökologisch von Sekundärproduktion sprachen.

Zweitens: Wenn in einer menschlichen Gartenbau- oder Landwirtschaftskultur die Unterstützung der Pflanzen so gut gelingt, dass die Produzenten sich stärker vermehren, als sie dies in einem natürlichen Ökosystem getan hätten, so kann man davon sprechen, Menschen seien Gehilfen der natürlichen Produktivität. Wenn Menschen also die Landwirtschaft als den einzigen echt produktiven Wirtschaftssektor betrachten, ist diese Auffassung aus der Sicht der Ökologie nachvollziehbar.

In allen Wirtschaftsformen, die Menschen hervorgebracht haben, war es stets nötig, die Veränderungen am ursprünglichen Ökosystem in Grenzen zu halten bzw. der ausgenutzten Bodenfläche oder dem ausgebeuteten Fischgewässer Zeit zur Erholung zu geben.

Sämtliche Theorien der Ökonomie, seien es konventionelle oder unorthodoxe (heterodoxe) Ansätze, definieren Produktivität jedoch ohne Rücksicht auf die konkreten Bedingungen des menschlichen Lebens und ohne ökologische Verankerung. Meines Erachtens liegt hier ein Grundproblem, das unbedingt beachtet werden muss.

Überblick über die heutige Lage

Die Lage der Menschheit ist in unzähligen Büchern kritisch dokumentiert worden. Für meine politische und persönliche Haltung sind folgende Erkenntnisse wichtig:

1) Die Schädigung der natürlichen Umwelt hat ein riesiges Ausmass angenommen und viele der Verheerungen sind irreversibel. Selbst beim besten politischen Willen und der Zusammenarbeit aller Menschen können die radioaktive Verseuchung, die Klimaerhitzung, das Ozonloch und die Biodiversitätsverluste nicht rückgängig gemacht werden. Sowohl die Agenda 2030 als auch das Pariser Abkommen werden ungenügend umgesetzt. Man kann die Schäden bloss noch eingrenzen und die Auswirkungen auf Menschen abmildern. Zudem müssen wir uns damit abfinden, dass die in die Umwelt verbrachten Gifte sehr viel menschliche Energie binden: Zum Beispiel müssen die Atomruinen und der Atommüll noch über Tausende von Jahren überwacht werden, selbst wenn sich alle Regionen von Atomkraft verabschieden. Dasselbe gilt fürs Plastik und die Ewigkeitschemikalien: Es braucht grosse Anstrengungen, die Folgen in Grenzen zu halten.

2) Die in Europa erfundenen und seit ca. 600 Jahren dominierenden Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme sind kolossal gescheitert: Es gibt weniger Wohlstand; weniger Gerechtigkeit; weniger Freiheit, weniger Mitbestimmungsmöglichkeiten und weniger Sicherheit als je zuvor. Jede Globalisierungswelle hat die Situation zudem deutlich schlimmer gemacht. Einige Zahlen und Fakten:

  • Der Anteil der Finanzindustrie am gesamten Umsatz der Weltwirtschaft hat stark zugenommen. Einzelne Akteure können innerhalb weniger Stunden eine Finanzkrise auslösen. So wie die Geldwirtschaft von den reichsten Ländern gesteuert wird, bootet sie regelmässig die sogenannte Realwirtschaft aus. Es gibt (bisher) keinen Schutz durch politische Rahmenbedingungen und keine Möglichkeit, sich der Wirkung des Systems zu entziehen.
  • Die finanziellen und politischen Einflussmöglichkeiten von reichen Einzelpersonen (Elon Musk z.B.) und transnationalen Konzernen übersteigt die Möglichkeiten der meisten Staaten. Ein Nationalstaat kann sich nicht wirksam zur Wehr setzen und seine Bürger/innen vor transnationalen Konzernen schützen, selbst wenn diese sämtliche international vereinbarten Regeln brechen.
  • Der durch das internationale Verbrechen erzielte Anteil an der Weltwirtschaft steigt stetig: Drogenhandel, Menschenhandel, Sexindustrie und Waffenverkäufe sind ein nicht mehr wegzudenkender Teil der internationalen Wirtschaft. Diese Schattenwirtschaft wird, ähnlich wie das Darknet, nicht nur zu wenig entschlossen bekämpft; sie muss eher als die zwangsläufige «Rückseite» eines grundsätzlich verfehlten Systems betrachtet werden.
  • Fundamentalistische Strömungen und Terrorgruppen sind weltweit im Vormarsch. Seit 2014 nehmen Kriegshandlungen zu: Nach Angaben des Institute for Economics and Peace IEP lebten 2024 25% der Weltbevölkerung in Konfliktgebieten. Im Jahr 2026 erreichte die Zahl der Konfliktherde einen neuen Höchststand.
  • Laut UNHCR waren im Juni 2024 weltweit 122,6 Millionen Menschen auf der Flucht – und somit 5,3 Millionen Menschen mehr als noch Ende 2023. Die Ursachen sind: die brutalen Kriege, das völlig verfehlte Wirtschaftssystem mit seinem Wachstumszwang und seinen Ungerechtigkeiten, dazu kommen noch die Migrationsströme aufgrund von Klimawandel und Ressourcenknappheit.
  • Gemäss dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI nehmen nicht nur die Kriege weltweit zu, sondern auch die Militärausgaben. Sie erreichen neue Höchststände – was sich – zusammen mit dem Auslaufen wichtiger Rüstungskontrollverträge – fatal auswirkt.
  • Seit der Aufrüstungsspirale haben die Spenden in den humanitären Sektor um 23% abgenommen (Angaben der OECD, 2026).
  • Die Erfahrung, dass sich nach den Verheerungen des 2. Weltkriegs militärische Auseinandersetzungen verringern liessen und in Europa eine Entspannungspolitik möglich wurde, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation insgesamt stetig schlimmer wurde: Mit jeder technischen Innovation stieg die Zahl der zivilen Opfer… Der militärische Sieg über Hitlerdeutschland, der die Befreiung aus einem entsetzlichen Alptraum bedeutete, ist – wenn man die Geschichte der Kriege nüchtern betrachtet – eine Ausnahme.

3) Die Fähigkeit der Menschen, sich über ihre eigene Situation klar zu werden, ist erhalten geblieben. Die Herrschenden verfügen jedoch über eine nie dagewesene Macht, die Situation schönzureden, kritische Erkenntnisse zu unterdrücken und die Menschen zu manipulieren. Der Mainstream in Wissenschaft, Philosophie und Religion wirkt systemerhaltend und trägt bisher kaum zu einem Kurswechsel bei. Es ist ein Märchen, dass wir Menschen in funktionierenden Systemen leben. Wir müssen uns eingestehen, dass die staatlichen Gebilde, auf die die Herrschenden und Intellektuellen so stolz sind, dysfunktional geworden sind. Das zeigt sich in der Nicht-Anerkennung der indigenen Kulturen als politische Subjekte. Kein moderner Staat, ob sozialistisch oder kapitalistisch, ob diktatorisch oder demokratisch, hat indigene Kulturen als gleichberechtigte Partner behandelt. Dies ist anhand der Geschichte der beiden Amerikas genauso erkennbar wie an der Geschichte Palästinas und Australiens. Offenbar haben patriarchalisch und modern organisierte Staaten eine inhärente Tendenz zu Herrschaftsausübung via kulturelle Gewalt, vgl. meine Artikel zum gewaltfreien Widerstand.

Man kann das prinzipielle Versagen der modernen Wirtschaft auch an der Geschichte der «Entwicklungshilfe» erkennen: Selbst dann, wenn alle Versprechen der reichen Länder zur Etablierung gerechter Handelsbeziehungen umgesetzt worden wären, hätte sich die Gesamtsituation nicht entscheidend verbessert. Die Lage wäre zwar gerechter geworden, aber wegen der Fixierung auf den «Fortschritt» immer noch absolut nicht nachhaltig bzw. zukunftsfähig.

4) Wir sind nicht nur im Bereich Wirtschaft gescheitert, sondern auch in Wissenschaft, Technik und Kultur. Die Vorstellung, alles sei nach ökonomischen Prinzipien zu organisieren und jede Firma, jeder Wissenschaftszweig, jede handelnde Person müsse sich dem (internationalen) Wettbewerb aussetzen, kann nur in einem Desaster enden. Rein die Tatsache, dass niemand widerspricht, wenn Forscher/innen formulieren, es sei notwendig, am Wettlauf um die Rohstoffe auf dem Mond teilzunehmen, spricht Bände. Weil die moderne und postmoderne Philosophie durchtränkt ist von lebensfernen Prämissen, stecken wir quasi im eigenen Gedankensumpf fest und finden nicht mehr heraus.

Natürlich stellt sich dabei die Frage, wann das alles angefangen hat. Ist unsere Welt ein Resultat der Moderne oder sind gewisse Dinge schon früher schiefgelaufen?

Der Beginn patriarchaler Herrschaft

Nach allem, was wir bisher wissen, stand am Beginn patriarchaler Herrschaft die Kontrolle und Versklavung der Frauen. Wesentliche Motivation der Männer vor 5000 Jahren war es, eine Erbfolge vom Vater zum Sohn zu etablieren und die regenerativen Kräfte der Frauen zu kontrollieren. Der Gebärneid spielte eine wichtige, wenn auch unbewusste Rolle.

Die Errichtung patriarchaler Gesellschaftssysteme hatte weitreichende Folgen: Männer eigneten sich die einzige Produktion, die es in der Gemeinschaft gab, an: Die Kinder. Gleichzeitig wurde der männliche Beitrag zur Fortpflanzung ideologisch überhöht und Produktivität wurde umdefiniert: Alles, was Männer taten, galt in patriarchaler Ideologie als produktiv und wertvoll; die Werke der Frauen wurden dagegen abgewertet und fielen aus dem Denksystem heraus.

Patriarchale Systeme hatten von Beginn an mit unlösbaren Problemen zu kämpfen: Die Hierarchisierung der Gesellschaft führte zu mehr Spannungen, die Ernährung wurde unsicherer, es gab regelmässig Kriege, die die Mächtigen vom Zaun rissen und die die Unterschichten sowie Frauen und Kinder schwer trafen.

Die ökonomische Theoriebildung – von Anfang an defizitär

Alle Begriffe der Ökonomie beruhen auf einer Geschlechterideologie. Sowohl der Begriff Wirtschaft als auch die Begriffe Produktion und Arbeit sind meines Erachtens nicht geschlechterneutral definiert. Erstens umfasst der moderne Begriff der Wirtschaft nur noch das, was ausserhalb des privaten Bereichs geschieht. Zweitens definieren Ökonomen sämtliche Tätigkeiten der Veränderung der Natur, die zu marktfähigen, verkäuflichen Gegenständen führen, als Produktion – obwohl es sich eigentlich um Konsum handelt. Wie feministische Forscherinnen (v. Werlhof/Mies/Bennholdt-Thomsen, 1983) gezeigt haben, sind sämtliche ökonomischen Theorien gescheitert, als sie erklären sollten, weshalb die unbezahlte Arbeit mit der Ausbreitung des Modells der Lohnarbeit nicht ab- sondern zunimmt. Und Mascha Madörin hat für die Schweiz gezeigt, dass unser Wirtschaftssystem an Grenzen stiesse, würde die von Frauen gratis geleistete Arbeit bezahlt (vgl. Website economiefeministe.ch sowie Dyttrich/ Howald, 2016). Auch daran sehen wir, dass unsere Ökonomietheorien defizitär sind.

Ich möchte anregen, die Ökonomie geschlechtergerecht zu denken. Das bedeutet:

  1. Die Frauen, die Kinder gebären, sind als wichtigste Produktivkraft einer Gesellschaft anzuerkennen.
  2. Alle menschlichen Tätigkeiten (ausser dem Gebären von Kindern) gelten als Konsum.
  3. Tätigkeiten, die die Pflanzenproduktion oder die Sekundärproduktion (Tiere, die Milch geben z.B.) steigern, ohne dass das Ökosystem aus der Balance gerät, gelten als konstruktive Arbeit oder Unterstützung der natürlichen Produktivität.

Was ist eigentlich Kapitalismus? Und weshalb ist er prinzipiell lebensfeindlich?

Unter einem kapitalistischen Wirtschaftssystem verstehen wir ein System, das sich bloss durch Wachstum stabilisieren kann. Falls kein Wirtschaftswachstum erzielt wird, droht das System zusammenzubrechen und die von ihm abhängigen Menschen in Armut zu stürzen. Meier-Seethaler (1988/2011) postuliert, dass sowohl in der Leistungs- und Forschungsidee des Abendlandes als auch im kapitalistischen System eine Geschlechterideologie steckt: Nur derjenige, der sich von der Gebärfähigkeit der Frau beschämt fühlt, muss sich immer neu beweisen, dass er noch mehr und noch genialere Produkte hervorbringen kann. Nur derjenige, der den Wettbewerb zum Lebenselixier erklärt und die Frauen, die Natur und seine Konkurrenten übertrumpfen will, hat es nötig, ständig weiter an der Spirale zu drehen. Es gälte also, die irrationalen Motive für die Erfindung und den Weiterbetrieb des Systems bewusst zu machen.

Das System als Ganzes ist prinzipiell lebensfeindlich, denn es geht davon aus, dass weder planetare Grenzen noch die Gesundheit der Menschen zu berücksichtigen seien. Die Verluste an Menschenleben sowie die Zerstörung von fruchtbaren Böden, sauberem Wasser und Biodiversität sind bereits enorm. Da die Wirtschaft des sogenannten realen Sozialismus und auch das chinesische System diesbezüglich gleich funktionieren wie die sogenannte freie Marktwirtschaft, haben wir ein wahrhaft globales Problem.

Zahlreiche ökologisch orientierte Experten haben versucht, die Regeln des Wirtschaftens so anzupassen, dass sich Umweltverschmutzung nicht lohnt. Dieses Prinzip ist ausgezeichnet, aber: Das Verteuern von umweltschädlichen Industriegütern führt nicht zu einer neuen Gesellschaft: Der Wachstumszwang und der Zwang zu Innovation bleiben – und damit dreht sich die Spirale weiter. Dasselbe gilt für alle technischen Innovationen: Keine Technik, weder bessere Fahrzeuge noch bessere Computer können uns helfen, unser System zu überwinden. Im Gegenteil: Je mehr wir die Lösung in technischem Fortschritt suchen, desto mehr entfernen wir uns von den sozialen Veränderungen, die es bräuchte.

Weil aktuell sehr viele Menschen realisiert haben, dass das kapitalistische System im Verbund mit dem Fördern technischer Innovationen die Demokratie akut bedroht, können wir vielleicht einen neuen technikkritischen Diskurs führen. Das könnte eine Chance sein.

Was ist feministische Ökonomie?

Feministinnen hinterfragen die ökonomischen Schulen nach folgenden Punkten:

  • Inwieweit stellt die traditionelle ökonomische Theoriebildung einen Zweig der unreflektierten, männlich geprägten Philosophie dar?
  • Inwieweit dienen Theorie und Praxis bisheriger Ökonomen vornehmlich der Erhaltung patriarchalischer Strukturen und dem Wohlstand von herrschenden Schichten?

Christel Neusüss, Mascha Madörin, Veronika Bennholdt-Thomsen und andere Theoretikerinnen haben angeregt, Wirtschaft und Arbeit neu zu definieren. So könnte man die Geschlechterideologie überwinden und das ganze System reformieren. Die feministische Ökonomie erweitert die Möglichkeiten, wirtschaftliche Probleme korrekt zu analysieren und sie bietet Konzepte, die zur Abmilderung gravierender Probleme beitragen können. Solche Probleme sind insbesondere:

Ungerechte Entlöhnung und ungerechte Verteilung von Arbeit, Unterschätzen der lebenswichtigen Sorgearbeit, ungebremstes Wirtschaftswachstum, zu hoher Umweltverbrauch, grosse physische und psychische Belastung der Arbeitnehmenden sowie undemokratische, intransparente Strukturen innerhalb der Wirtschaft.

Aus meiner Sicht muss auch die Zielformulierung hinterfragt werden: Welche Art Wohlstand wollen wir? Welche Art von Wissens- und Güterherstellung ist einer nachhaltigen, gerechten Welt dienlich? Maria Mies und Veronika Bennholdt-Thomsen haben den sogenannten Subsistenzansatz in die Diskussion eingebracht. Zentral ist der Gedanke, dass alle Tätigkeiten dem Leben dienen sollten; die Menschen arbeiten, um zu leben, nicht umgekehrt. Damit verbunden wäre z.B. eine Aufwertung der Lebensmittelherstellung. Es müsste ferner diskutiert werden, in welcher Form der Handel organisiert wird: Auch hier geht es ums Vermeiden unnötiger Güter und Transporte.

Sowohl nach feministischer Analyse als auch nach Ansicht kritischer Ökonomen wäre es dringend, die Wachstumsspirale (Binswanger, 2004) zu durchbrechen und die Finanzindustrie zurückzubinden (Chesney, 2025). Männliche Kritiker sehen die Rolle von Wissenschaft und Technologie bei der Suche nach Alternativen meist positiv; feministische Autorinnen weisen dagegen darauf hin, dass in der modernen Wissenschaft die gleichen Wachstumszwänge und die gleiche Menschenfeindlichkeit steckt wie im kapitalistischen System, vgl. meine technikkritischen Artikel.

Aus meiner Sicht braucht es auf allen Ebenen revolutionäre Veränderungen: In Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Kurswechsel, prinzipiell und global

Der Umbau unserer Gesellschaften, die seit tausenden von Jahren einen sehr problematischen Weg gegangen sind, braucht sehr viel Zeit. Die Klimaschutzbewegung weist jedoch zu Recht darauf hin, dass wir nicht mehr viel Zeit haben. Angesichts der bereits spürbaren negativen Auswirkungen der Klimaerwärmung und der furchtbaren Zunahme kriegerischer Handlungen ist ein Kurswechsel dringend: Wir sollten den Motor des Systems ausbauen und in möglichst unschädliche Bestandteile zerlegen. Doch wie kann man ein dynamisches System bei laufendem Betrieb so umbauen, dass möglichst wenige Menschen zu Schaden kommen?

Die meisten Expertinnen und Experten sind sich einig, dass wir es einerseits mit einem gigantischen Politikversagen zu tun haben (hätte man bereits nach dem Umweltgipfel von 1992 in Rio de Janeiro strenge Massnahmen beschlossen, stünden wir heute in der Frage des Treibhauseffekts viel besser da), andererseits mit dem Problem, dass die meisten Akteure befürchten, vom Regen in die Traufe zu geraten, wenn sie das raffinierte kapitalistische System zu Fall bringen.

Ulrike Herrmann (2022) macht einen gleichzeitig revolutionären als auch sehr pragmatischen Vorschlag: Der Staat solle klare Vorgaben machen, so wie das bei einer Kriegswirtschaft auch der Fall sei. Das Beispiel Grossbritannien im 2. Weltkrieg beweise, dass es – ohne Betriebe zu verstaatlichen – möglich sei, einen Kurswechsel herbeizuführen. Dies gelingt, falls eine Mehrheit der Bevölkerung von diesem Weg überzeugt ist. Herrmann argumentiert, Mehrheiten zu finden sei möglich, wenn Menschen die Klimakrise so ernst nehmen wie einen militärischen Angriff von aussen.

Wenn kritische Stimmen monieren, damit habe man das System aber noch nicht überwunden, meine ich: Richtig, aber man soll das eine tun und das andere nicht lassen. Konkret gilt es, sowohl auf staatlichen Lösungen als auch auf lokale Akteure und Graswurzelbewegungen zu setzen, ich denke da z.B. an solche, die die Ernährungssicherheit wieder herstellen (vgl. Helena Norberg-Hodge und das Netzwerk «Local Futures»).

Politische Kultur

Viele Klimaaktivistinnen und -aktivisten sind sich mit der Friedensbewegung einig: Es reicht nicht, auf bestehende politische Mechanismen zu bauen. Es wäre wünschenswert, die Demokratie zu erneuern. Bisherige Demokratien haben alle ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, sie beruhen auf einem patriarchal geprägten Rechtsverständnis sowie auf der Trennung von «privat» und «politisch». Und: In vielen Demokratien läuft alles nur via Wahlen und Mehrheitsprinzip. Dabei zeigt sich, dass Politikerinnen und Politiker leicht zu korrumpieren sind: Sie tun alles, um wiedergewählt zu werden. Auch können im Kapitalismus oft nur diejenigen zu einer Wahl antreten, die über das entsprechende Geld verfügen. Es spricht viel dafür, bestehende Demokratien immer wieder auf ihre Funktionsfähigkeit hin zu überprüfen. Dabei sollen nicht bloss technische Lösungen gesucht werden (Parteispendenverbot oder Änderung des Wahlsystems), es braucht manchmal auch neue, von der Basis her eingebrachte Ansätze, wie Rutger Bregman (2019) an Hand von Beispielen darstellt. Gesellschaftliche Aufbrüche und Protestbewegungen haben – vor allem wenn Frauen daran beteiligt waren – regelmässig dazu geführt, die Demokratie zu erneuern, wie Shila Behjat (2025) in ihrem Buch «Frauen und Revolution» ausführt. Folgende Vorschläge haben sich entweder schon bewährt oder könnten in die richtige Richtung gehen:

  • Versammlungen der Bürger/innen, die über die Verwendung des Haushalts entscheiden (statt Bürgermeister, die nach Parteibuch regieren und nur Prestigeprojekte vorantreiben)
  • Zukunftsräte, deren Mitglieder nach Losverfahren bestimmt werden und die die jeweiligen Anteile an der Bevölkerung repräsentieren (Frauen, Männer, Junge, Alte u.a.)
  • Landschaften, die dauerhaft der kapitalistischen Logik entzogen werden sollen, erhalten einen Rechtsstatus. Wenn einem Fluss das Grundrecht zu existieren eingeräumt wird, kann keine beliebige Güterabwägung mehr durchgeführt werden. Zudem trägt diese Rechtsauffassung zum ökologischen Bewusstsein bei.

Eine andere Welt ist möglich

Die Art und Weise, wie in vielen Ländern über den Wandel diskutiert wird, zeigt, dass wir Vorurteile überwinden müssen: Oft wird behauptet, es breche notwendigerweise Chaos aus, wenn patriarchale Strukturen ausser Kraft gesetzt werden. Das muss nicht sein: Es kommt darauf an, welche Ordnung danach aufgebaut wird. Die Rede vom Chaos zeugt von einer tief verankerten Geschlechterideologie: Demnach seien nur Männer mit ihren geistigen Leistungen in der Lage, menschliche Ordnung schaffen, was von Frauen und von einer selbstorganisierten Basis komme, führe zu Chaos… (Shila Behjat, 2025). Die menschliche Erfahrung zeigt das Gegenteil: Frauen haben immer den überwiegenden Anteil an menschlicher Organisation zur Aufrechterhaltung des Lebens und der Lebensbedingungen für ihre Kinder und Angehörigen geleistet – das ist das Gegenteil von Chaos!

Zweitens können mehrere Dinge gleichzeitig passieren: Der Abbau traditioneller patriarchaler Strukturen und moderate Anpassungen des bestehenden (aber grundsätzlich lebensfeindlichen) Systems. Deswegen ist es nicht besonders klug, «Reformer/innen» gegen «Revolutionäre» auszuspielen. Oder, wie ich an anderer Stelle schreibe: Das eine tun und das andere nicht lassen.

Trotzdem muss man Revolutions- oder Reformideen auch kritisch hinterfragen und zu antizipieren versuchen, was die Herrschenden wohl damit machen werden. Denn die Geschichte zeigt, dass die Mächtigen es immer wieder verstehen, Proteste so zu integrieren, dass ihre Herrschaft gestützt wird…

«Zuvielisation»

Das Zuviel an einseitiger Entwicklung, wie es in Bern einmal eine Sprayerin mit dem Graffiti «Zuvielisation» zum Ausdruck brachte, beeinflusst unser Denken nach wie vor. Wir streben danach, effizient zu sein, alles im Griff zu haben und verhalten uns im Alltag und im Bereich der Forschung immer noch so, als ob die Subjekt/Objekt-Spaltung aufrechtzuerhalten wäre. Politische und wirtschaftliche Akteure arbeiteten jahrzehntelang an einem System, das in den Industriestaaten zu «Überentwicklung» und im globalen Süden zu «Unterentwicklung» führte (Anne-Marie Holenstein, 1980). Sämtliche Vorstellungen von sogenannter «Entwicklungshilfe» gingen davon aus, dass der im globalen Norden erarbeitete Wohlstand ein Vorbild für den Süden sei. Auf sehr treffende Weise hat Heinrich Böll in seiner «Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral (1963) die Vorstellungen dahinter entlarvt.

Diese verfehlte Sicht auf Entwicklung wurde zuerst von Indigenen sowie von Feministinnen des globalen Südens in Frage gestellt. Sie hatten auf der ganzen Linie recht, wurden jedoch – ausser für einen kurzen Moment im Rahmen des Umweltgipfels von 1992 – nicht gehört.

«Dene wos guet geit, giengs besser»

Wie es bereits im Lied von Mani Matter aus dem Jahr 1971 heisst, ginge es denen, die heute im Wohlstand leben, besser, wenn es auch jenen, die es nicht so gut haben, besser ginge. Noch zugespitzter formulierten es die Vertreter der Sozialpsychologie: Das System der Leistungsgesellschaft und des einseitig materiellen Wohlstands macht alle Menschen kaputt, wir können diese Welt seelisch nicht mehr ertragen (Erich Fromm, 1976 sowie Hartmut Rosa, 2019). Rosa analysiert die Strategien, die Menschen der westlichen Kultur benutzen, um sich lebendig zu fühlen. Dabei kommt er zum Schluss, dass die kulturell dominante Strategie, die sogenannte «Reichweitenvergrösserung» notwendigerweise scheitern muss. Denn mit einer Zunahme von Weltkontrolle erleben Menschen keine bessere Resonanz, im Gegenteil, sie empfinden die Entfremdung, die Sinnlosigkeit bzw. das «Verstummen der Welt» als noch gravierender als zuvor. «Stumme Weltbeziehungen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Weltdinge (einschliesslich der Menschen und des eigenen Körpers) nur als Ressourcen, Instrumente oder kausale Wirkursachen in den Blick geraten – die Beziehungen zu ihnen sind dann in diesem Sinne verdinglicht; es bildet sich kein vibrierender Draht aus Affekten und Emotionen aus, was wiederum auf Seiten des Subjekts als Entfremdung erfahren wird.» (Rosa, 2019, S. 307)

Aus psychologischer Sicht ist vorprogrammiert, dass wir scheitern müssen, wenn wir immer nach dem gleichen Rezept (Reichweitenvergrösserung) Verbesserungen anstreben. Die Innensicht auf die ökologische und menschliche Krise scheint mir sehr wichtig. Im Gegensatz zu vielen Experten aus den Naturwissenschaften vertrete ich keinen Standpunkt, der sich von aussen der Problematik nähert. Von aussen betrachtet heisst in diesem Zusammenhang: Die Ökosysteme und die Bevölkerungszahl der Menschheit als zu steuernde Grössen anzusehen. Ich halte dies für eine verfehlte, ja eine arrogante Herangehensweise. Wir alle sind Teil von menschlichen Gemeinschaften und können nur mit diesen Menschen zusammen Schritte unternehmen. Niemand von uns kann den Planeten von aussen her retten. Ein solches Verständnis belegt – ähnlich wie die transhumanistischen, extrem gefährlichen Visionen eines Elon Musk -, dass wir kein Vertrauen in die Mitmenschen und in die Natur haben, dass wir uns lieber selber entmenschlichen als zugeben, dass wir ratlos sind, weil unsere bisherige Kultur so versagt hat. Der Ruf nach «Bevölkerungskontrolle» sowie die Behauptung, nur mit einer Ökodiktatur sei der Planet noch zu retten, zeugen von einer solch zynischen Haltung. Wenn es richtig ist, dass unsere Zivilisation daran krankt, dass wir stets mit Ausübung von Herrschaft und mit dem Entwickeln neuer Techniken Probleme zu lösen versuchen, dann sollten wir zuerst innehalten, bevor wir einen Plan zur Rettung des Planeten vorlegen. Vielleicht ist es so, dass es einen solchen Plan gar nicht geben kann. Wenn doch, dann sollte er mit allen Betroffenen zusammen entwickelt werden. Alleingänge von Experten und Expertinnen bringen in meinen Augen wenig, denn sie verhindern oft den Zusammenschluss und das gemeinsame Handeln der Zivilgesellschaft. Ausserdem nimmt dadurch die Gefahr zu, dass sich Menschen vollständig von der Politik abwenden.

Was muss eine nachhaltige Wirtschaft leisten?

Eine nachhaltige Wirtschaft stellt die Versorgung der Menschen, inklusive der Kinder und der Alten, in den Mittelpunkt: Die Produktion von Lebensmitteln, die Ernährung und Gesundheitsversorgung sowie die Bereitstellung von Wohnraum. Alles, was von Menschen hergestellt wird, sollte die planetarischen Grenzen nicht überschreiten; anzustreben sind eine Kreislaufwirtschaft und ein Rückgang unnötiger Transporte. Ferner ist alles, was nicht erneuerbar ist, zu meiden, insbesondere die Nutzung fossiler Brennstoffe, die Nutzung von Uran und die Ausbeutung seltener Erden. Alle Metalle, die im Umlauf sind, können theoretisch in eine Kreislaufwirtschaft eingefügt werden. Die Erfahrungen werden zeigen, welche Techniken dazu geeignet sind. Da die Menschen bereits viele planetarische Grenzen überschritten haben, ist kein perfekt ökologisches System mehr möglich.

Eine nachhaltige Wirtschaft soll es ermöglichen, dass alle Grundbedürfnisse solid und sicher abgedeckt werden. Zu den menschlichen Grundbedürfnissen sind nach Meier-Seethaler (1997/2001, S. 270) nicht nur die physischen zu zählen, sondern ebenso die psychosozialen, nämlich das Befürfnis nach Zuwendung und Fürsorge, nach Autonomie, Integrität, Bewahrung von Würde, Anerkennung und Gerechtigkeit.

Sorgewirtschaft und ganzheitliche Ökonomie

Die feministische Ökonomin Mascha Madörin hat berechnet, dass 70 Prozent aller Arbeit in der Schweiz für die Sorge- und Versorgungswirtschaft aufgewendet wird. Grösstenteils wird diese Arbeit von Frauen verrichtet. Obwohl Frauen und Männer ungefähr gleich viele Stunden arbeiten, schreiben Madörin und die Plattform economiefeministe.ch weiter, verfügen Frauen jährlich über 100 Milliarden Franken weniger Einkommen. Schon in den 1980er Jahren wurde erkannt, dass Frauen drei Viertel aller Arbeiten zur Versorgung von Menschen leisten und dass diese Arbeit in den konventionellen Darstellungen der Ökonomie unterschlagen wird. Es liegt also ein grundsätzliches Problem vor: Konventionelle ökonomische Ansätze sind nicht in der Lage, die Realität abzubilden. Folglich können sie wohl auch nicht dazu dienen, die Wirtschaft auf geschlechtergerechte und ökologische Füsse zu stellen…

Bedenkenswerte Vorschläge für eine natur- und menschengerechte Ökonomie hat Genevieve Vaughan (USA/Italien) vorgelegt. Sie plädiert in ihrer sogenannten «Gift Economy» dafür, die Geldströme zurückzudrängen und alles, was via Schenkung und freiwillig erfolgt, gesellschaftlich aufzuwerten. Einen anderen Ansatz wählen die Postwachstumsverfechter/innen: Sie gehen davon aus, dass das Wachstum durch bessere Mechanismen ersetzt werden kann, so dass eine Wirtschaft jenseits des Wachstumszwangs entsteht. Die britische Ökonomin Kate Raworth plädiert dafür, die planetaren Grenzen einerseits und die sozialen Bedürfnisse der Menschen andererseits als Limitierung jeder Ökonomie anzuerkennen. Ihren Ansatz nennt sie «Doughnat Economics».

Schritte in die richtige Richtung

Eine nachhaltige Wirtschaft kann funktionieren, wenn von einem ganzheitlichen Ansatz ausgegangen wird. Das bedeutet, alles, was Menschen tun, gehört zur Wirtschaft. Alles was der Erhaltung von Leben dient, ist Arbeit. Es werden Wege der Umverteilung des Geldes versucht, die die heutige Situation entschärfen können. Zum Beispiel:

  • Die Macht der Techgiganten wird durch geeignete Massnahmen zurückgebunden.
  • die Finanzindustrie wird geschrumpft, so dass wir es wieder in erster Linie mit Realwirtschaft zu tun haben.
  • Mit Hilfe von Basisorganisationen und mit Hilfe der UNO entwickelt die Menschheit geeignete Handelsregeln und ein geeignetes Steuersystem (die z.B. eine Transaktionssteuer umfasst).
  • Die Weltbank und der IWF werden schrittweise umgebaut, ebenso die WTO (z.B. wird die Landwirtschaft aus dem System herausgenommen). Man kann beim Umbau des Systems auf die Arbeit von Insidern und Outsidern zählen, z.B. auf Biovision: Dessen Gründer Hans Herren hat als leitendes Mitglied des International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development IAASTD am Weltagrarbericht mitgearbeitet. Dieser Bericht, von der Mehrheit der Regierungen im Jahr 2008 angenommen, kann heute noch als Grundlage für mehr Ernährungssicherheit gelten.
  • Die UNO selbst wird ebenfalls reformiert, idealerweise unter entscheidender Mitwirkung der Zivilgesellschaft. Dabei sind bisherige Errungenschaften im Bereich Völkerrecht und Menschenrecht weiterzuführen. Allen Stimmen, die die gesamte Idee der UNO schlechtreden oder den Universalismus verraten, ist entschieden entgegenzutreten.

Ich möchte betonen, dass es mehr um den Aufbau funktionaler Strukturen geht als um die Zerstörung der dysfunktionalen Systeme. Gewaltsame Zerschlagung von Strukturen führt bloss zu Machtwechseln, nicht zum Abbau von Herrschaft, vgl. meine Texte zu Gewaltfreiheit.

Überwindung von spaltenden Diskursen

In zahlreichen Diskussionen arbeiten die Beteiligten nur die Unterschiede ihrer Standpunkte heraus und vergessen das Gemeinsame. Oft wird übersehen, dass sich die Vorschläge ergänzen, denn je nach Geschichte und Möglichkeiten eines Menschen liegt sein Schwerpunkt auf einer anderen Ebene. Meines Erachtens gilt es, alle Ebenen ernst zu nehmen, von der individuellen über die wirtschaftliche bis zur kulturellen Ebene.

Ein Beispiel: In der Sternstunde Philosophie vom 22. Januar 2026 erklärt die Rechtsphilosophin Frauke Rostalski, dass ihrer Meinung nach nicht dazu aufgerufen werden sollte, auf Flugreisen zu verzichten. Sie erläutert, weshalb sie sowohl individuelle als auch nationale Alleingänge für kontraproduktiv hält. Sie kann ihre Ansicht partiell durch empirische Daten stützen, und dennoch bleibt bei den Zuhörenden Frustration zurück. Da ist eine Expertin, die die Ebene des individuellen Engagements für ein weniger konsumorientiertes Leben quasi als unpolitisch abwertet. Obwohl sie recht hat, dass der Staat dem Individuum keine Pflicht auferlegen darf, redet sie ein bisschen am Thema vorbei: Ich hätte mich gefreut, wenn sie gesagt hätte, alle Beiträge seien wichtig: der Bewusstseinswandel (der beim Individuum beginnt), die sinnvolle neue Familienorganisation, die Veränderungen der Bedingungen für die Unternehmen sowie sinnvolle internationale Vereinbarungen. Ich hätte mich gefreut, wenn die Moderatorin diese verschiedenen Ebenen genannt hätte; so wären Missverständnisse ausgeblieben und man hätte den von Rostalski vorgeschlagenen Weg genauer anschauen können.

Eine Veränderung im Diskurs bedeutet jedoch nicht, Meinungsverschiedenheiten nicht zu besprechen. Meines Erachtens ist es sogar unsere Pflicht, unsere Verbündeten und potentiell Verbündeten auf Unstimmigkeiten oder problematische Ansichten aufmerksam zu machen. Wie im Text über den gewaltfreien Widerstand erläutert, geht es darum, die Situation möglichst illusionslos und ideologiefrei zu betrachten – dazu gehört auch, hinzuschauen, wenn jemand oder eine Gruppe von Menschen eine neue, keinen Widerspruch duldende Ansicht propagiert. Ausweichen vor einer notwendigen Kritik an Freundinnen und Freunden ist keine Option, sondern Feigheit.

Wie Wolf Biermann es einmal an einem Konzert formulierte: Schlimmer als die Feigheit vor dem Feind ist die Feigheit vor dem Freund… (1985 im Bierhübeli in Bern)

Konstruktive Debatten

Die Geschichte der Volksaufstände und Revolutionen ist voller Beispiele, wie eine Partei oder eine Gruppe von Leuten, die sich als Avantgarde verstand, die Möglichkeiten zu echten Veränderungen behinderten oder gar eine ganze Bewegung zerstörten. Als Jugendliche war ich zum Beispiel schockiert über die Vorgehensweise der Roten Armee Fraktion (RAF). Wie konnten Menschen, die für eine echte Überwindung von autoritären Strukturen und eine angemessene Aufarbeitung des deutschen Nationalsozialismus eintraten, in den Untergrund gehen und eine Terrororganisation gründen? Wie war es möglich, dass die 1968er Bewegung mit der RAF sympathisierte? Weshalb gab es so viele Debatten darum, wer der «Radikalste» sei im Land? Weshalb betrachteten sich die schwarz-bemützten «Autonomen» als Speerspitze des Widerstandes gegen Atomkraft, Überwachungsstaat und Fremdenfeindlichkeit?

Meines Erachtens lief bei allen linken Bewegungen zweierlei schief: Sowohl in der Theoriebildung als auch in der Art, wie der Diskurs geführt wurde, ging es nicht nur um die Sache. Es ging stets auch um männliches Dominanzgebaren. Völlig offensichtlich wurde dies in der Studentenbewegung, in der die Frauen gegen ihre männlichen Kollegen rebellieren mussten. Dies war ja bekanntlich einer der Auslöser zur Zweiten Welle des Feminismus in Europa.

Innerhalb der Frauenbewegung gibt es ebenfalls das Bestreben, eine reine Ideologie zu begründen, die bisherige «faule Kompromisse» hinter sich lassen sollte – jedenfalls habe ich das immer wieder hautnah miterlebt. Auch in der Frauenbewegung gibt es die Tendenz, sich auf bestimmte Ideologien zu versteifen und den Diskurs so zu führen, wie vormals die «Neue Linke». Meines Erachtens ist wird so eine breite Zusammenarbeit mit allen Vertreter/innen der Zivilgesellschaft verhindert. Diese bildet jedoch eine wichtige Voraussetzung für gewaltfreie und nachhaltige Kampagnen.

Ein neues Politikverständnis

Shila Behjat (2025) berichtet von Frauen in sehr unterschiedlichen Ländern der Welt und konstatiert, dass Frauen überall ein neues Politikverständnis möglich machen. Politik ist nicht nur das, was Parlamentarier und Regierungsmitglieder tun. Politik ist alles, was mit dem familiären, sozialen und wirtschaftlichen Leben zu tun hat. Wir sollten die Chance packen, die darin liegt, für alle Menschen in allen Ländern die Mitwirkung und Mitbestimmung zu fördern. Je mehr die Menschen sich einbezogen fühlen, desto besser können Lösungen gefunden werden. Je mehr Menschen in ihrer Nachbarschaft und bei ihrer Lohnarbeit mitwirken, desto menschlicher sind wir organisiert. Vielleicht können so auch Menschen, die extrem enttäuscht oder gar frustriert sind, wieder konstruktiv am gemeinsamen Leben teilnehmen.

Meiner Meinung nach ist nicht nur eine gewaltfreie Kommunikation zentral, sondern auch ein neues Politikverständnis. Denn die vielen Menschen, die sich abgehängt, nicht verstanden, ausgenutzt und betrogen fühlen, werden systematisch von «Rattenfängern» umworben. Je frustrierter die Menschen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Faschisten die Macht ergreifen. Auf diese Zusammenhänge haben viele wichtige Autorinnen und Autoren hingewiesen. Leider gehört es zur DNA des Kapitalismus, systematisch das Gefühl von Unzufriedenheit zu erzeugen, damit die Menschen mehr konsumieren. Ebenso systematisch erzeugen die mit patriarchaler Ideologie und Gesellschaftsform einhergehenden Unterdrückungsmechanismen emotionale Defizite, mangelndes Selbstwertgefühl und einen Realitätsverlust.

Warte nicht auf bess’re Zeiten,
warte nicht mit deinem Mut

Wolf Biermann, 1963

 

Aktiv an der Veränderung teilnehmen oder: Warte nicht auf bessere Zeiten!

Ob in einem reichen oder einem armen Milieu, ob politisch mächtig oder marginalisiert, für alle Menschen ist es zentral, dass sie sich als selbstwirksam erleben können. Jeder Mensch braucht das Gefühl, selbst etwas fürs eigene Wohl und das Wohl seiner Mitmenschen tun zu können. Dies ist in reichen Ländern nicht der Fall, weil der einzige Sinn die Vermehrung von Konsumgütern zu sein scheint, und in armen Ländern, weil man dort durch die ungerechten Welthandelsbeziehungen systematisch übers Ohr gehauen wird. Zwar ist es richtig, dass unsere Probleme gigantisch sind, und dass alles systematisch falsch läuft. Das heisst aber nicht, dass Einzelne und zivilgesellschaftliche Gruppen nichts tun könnten.

In jeder Region der Welt ist die erste Ebene die Beziehungen zu den Mitmenschen. Diese Beziehungen sind die Grundlage für Lebendigkeit und Zufriedenheit (quasi eine Immunisierung gegen den Kapitalismus).

Die vier Ebenen des Handelns

  1. Ebene: Persönliches Handeln und Handeln innerhalb der Familie

Wie in den anthropologischen Notizen ausgeführt, lernt jeder Mensch als Säugling und Kleinkind, was verlässliche Beziehungen sind. Das gibt die Grundlage für sinnvolles Handeln im Persönlichen und Familiären. Jede Frau, die sich von der patriarchalen Kernfamilie emanzipiert und mit ihren leiblichen und nicht-leiblichen Geschwistern, mit eigenen und «fremden» Kindern nach solidarischen Prinzipien lebt, leistet einen wichtigen Beitrag. Viel Arbeit erfordert das Erlernen der Kunst des Liebens (Erich Fromm, 1976) und die Entschlackung der Paarbeziehung: Eine partnerschaftliche Beziehung, auch eine mit Kindern, kann niemals alle sexuellen, emotionalen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der Partner abdecken; damit müssen sowohl Frauen als auch Männer umgehen lernen. In diesem Sinne braucht es neue Familienmodelle wie das «verbundene Wohnen» – es muss sichergestellt sein, dass Kinder geborgen aufwachsen können. Aber die Eltern sollten emotional und in ihren sexuellen Beziehungen nicht derart eingeschränkt sein, wie das die patriarchale Monogamie vorsieht. Jeder Mann, der die Rolle, die ihm das System zugedacht hat, ablegt, leistet einen wichtigen Beitrag zur Emanzipation. Ein Mann muss weder Ernährer sein, noch ein vorbildlicher Papi innerhalb einer Kernfamilie. Der männliche Beitrag besteht darin, die Ideologie der idealen Nuklearfamilie zu überwinden und sich innerhalb der Geschwister und Freunde zu einem Menschen ohne patriarchalische Ideologie zu entwickeln. Das bedeutet, emotionale Krisen zu überstehen, ohne auf Gedeih und Verderben auf Frauen angewiesen zu sein. Ein emanzipierter Mann ist auch fähig, damit umzugehen, dass er von einer Geliebten abgewiesen wird. Niemals setzt er Gewalt ein, weder gegen Frauen noch gegen Kinder – sein Ziel ist emotionale Stabilität ohne Unterdrückung und Ausbeutung anderer Menschen. Falls er zusätzlich ein guter Vater wird, umso besser!!

  1. Ebene: Arbeit, wirtschaftliche und gesellschaftliche Position

Weiter kann jeder Mensch versuchen, innerhalb der Arbeit oder der Position im Wirtschaftsgeschehen die Weichen in Richtung Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu stellen. In jeder Position gibt es die Möglichkeit, den Ressourcenverbrauch und die Lebensmittelverschwendung zu senken, in jeder Position kann man versuchen, den Ort, an dem man arbeitet und gesellschaftlich Einfluss nimmt, zu einem Teil der Nachhaltigkeitsbewegung zu machen. In einer Firma wäre es das Wichtigste, nur vertretbare Produkte herzustellen und mehr oder weniger konstant zu bleiben, statt ständig zu wachsen. Dem tödlichen Wettbewerb können wir nur ausweichen, wenn ein möglichst grosser Teil der menschlichen Aktivitäten nicht über den kapitalistisch organisierten Markt läuft; wenn Männer auf hohe Löhne verzichten und beide Geschlechter an einem System arbeiten, dass übergrossen Ehrgeiz sanktioniert.

Für Firmen ist das Fernbleiben von der Börse zentral sowie die grosszügige Investition in die Ausbildung junger Menschen. Falls es die Möglichkeit dazu gibt, ist ein Beruf im Nachhaltigkeitsbereich anzustreben. Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit ist auch darin zu sehen, dass auf aufwendige Werbung verzichtet wird.

Alle Menschen, besonders diejenigen in gesellschaftlich geachteter Stellung, sollten auch versuchen, Transparenz, Ehrlichkeit, Machtverzicht und Bescheidenheit vorbildlich zu leben. Auf die Anstellung anderer Menschen zur Erledigung von Hausarbeit und Kindererziehung ist möglichst zu verzichten. Eine Gemeinschaft von Menschen in Modellen des verbundenen Wohnens ist nachhaltiger als eine, die Sorgearbeit outsourct.

Wenn Arbeit neu definiert und die Wirtschaft neu aufgestellt sind, braucht es auch weniger Ferien und weniger Konsumgüter, denn die Menschen sind weniger ausgelaugt und haben weniger das Bedürfnis, zu kompensieren. Alle, insbesondere auch die Männer, beteiligen sich an den Arbeiten, die im heutigen System als Frauensache bezeichnet und oft auch verachtet werden.

Wenn Menschen weniger Freizeit brauchen, gehen auch der umweltschädliche Freizeitverkehr und der Tourismus zurück.

  1. Ebene: Neue Wissenschaft

Drittens kann sich jeder Mensch daran beteiligen, das Wissens- und Glaubenssystem seiner Epoche kritisch zu hinterfragen. Die Aufgabe der Intellektuellen ist es, ihre Erkenntnisse der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen und mitzuhelfen, den militärisch-industriellen Komplex radikal zurückzubauen. Wissenschaft muss unabhängig sein und darf nur zu einem kleinen Teil der Wirtschaft dienen. Heute sind über 90 Prozent der wissenschaftlich und technisch Ausgebildeten direkt oder indirekt daran beteiligt sind, dass neue Kriege ausbrechen sowie Ausbeutung von Mensch und Natur fortschreiten und die restlichen 10 Prozent rechtfertigen dieses Geschehen als «dem Menschen angeboren». Das muss sich grundlegend ändern: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten also dafür sorgen, dass ihr Bereich wieder zu menschlichem Mass zurückfindet.

  1. Die Ebene der Politik

Jeder Mensch kann sich in der politischen Debatte für ein Ende des Wachstumswahns und für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen. Zusätzlich braucht es jedoch Amtsträgerinnen und Amtsträger, die in ihren jeweiligen Gremien aktiv für gute Gesetze sorgen (die möglichst breit erarbeitet und abgestützt sind). Im Idealfall sind Politiker/innen Menschen, die nicht aus persönlicher Geltungssucht oder übergrossem Ehrgeiz für ein Amt kandidieren. Um Machtmissbrauch, wie er heute die Regel ist, zu verhindern, sind Systemanpassungen nötig: Nicht nur in autoritären, auch in demokratischen Ländern. Das Lobbying der Finanzindustrie, der multinationalen Konzerne und Techgiganten wird eingeschränkt; die Treiber der verhängnisvollen Beschleunigung werden zurückgebunden. Mit Hilfe der Zivilgesellschaft, die auf jeder Ebene, von der Gemeinde bis zum Staat, Einfluss nehmen darf, werden Übergangsgesetze beschlossen, die ein Minimum an demokratischer Einflussnahme auf die Geschehnisse erst wieder ermöglichen.

Die Politiker/innen sind Persönlichkeiten, die eigene Fehler zugeben können, die sich nicht auf Kosten des Volkes bereichern, die nur für eine beschränkte Amtszeit antreten. Die ganze Mentalität des Helden wird über Bord geworfen: Es geht nicht darum, möglichst viel Macht und Einfluss zu haben oder als Held dazustehen, es geht darum, den menschlichen Gesellschaften zu dienen. Reformen gelingen jedoch nur, wenn die typisch patriarchale Heldenmentalität überwunden wird.

Es gibt zahlreiche Gruppierungen weltweit, die ein herrschaftsfreies Denken und eine menschliche Art der Veränderung anstreben. Das folgende Zitat der brasilianischen Ökofeministin Mantovani zeigt meines Erachtens sehr schön, worum es geht:

«Wir glauben, dass die Hinwendung zu dem, was uns nahe ist – Land, Lebensmittel, Beziehungen -, einen tiefgreifenden Wandel darstellt. Wir sind eingeladen, Entwicklung auf der Grundlage der Gebietsvielfalt und der Autonomie der Gemeinschaften neu zu denken.» Thais Mantovani, Ecouniversidade (Brasilien)

Literaturverzeichnis und Internetquellen

  • Baier, Andrea; Bennholdt-Thomsen, Veronika; Holzer, Brigitte: Ohne Menschen keine Wirtschaft oder: Wie gesellschaftlicher Reichtum entsteht, 2005
  • Binswanger, Hans Christoph (1991): Geld und Natur
  • Binswanger, Hans Christoph (1998): Die Glaubensgemeinschaft der Ökonomen
  • Binswanger, Hans Christoph (2004): Die Wachstumsspirale
  • Binswanger, Mathias (2010): Sinnlose Wettbewerbe. Warum wir immer mehr Unsinn produzieren
  • Binswanger, Mathias (2020): Mehr Wohlstand durch weniger Agrarhandel. Landwirtschaft und Globalisierung
  • Bregman, Rutger (2019): Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit
  • Chesney, Marc (2019): Die permanente Krise. Der Aufstieg der Finanzoligarchie und das Versagen der Demokratie
  • Chesney, Marc (2025): Stopp. Gegen Kasino-Finanzwirtschaft und die Vermarktung der Natur
  • Dyttrich, Bettina, Howald, Stefan, hrsg. (2016): Quer denken: Mascha Madörin, vgl. auch https://economiefeministe.ch/
  • Fromm, Erich (1976): Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft
  • Fuchs, Thomas et.al (2018): Das überforderte Subjekt
  • Frohofer, Fred und Vontobel, Werner (2021): Eine Ökonomie der kurzen Wege. Von der Marktwirtschaft zur Bedarfswirtschaft
  • Gasche, Urs P. «Realitätsverweigerung : Warum viele Menschen illegal einwandern», Online-Magazin INFOSPERBER, 7.5.2026
  • Glaubrecht, Matthias (2019): Das Ende der Evolution. Der Mensch und die Vernichtung der Arten
  • Herrmann, Ulrike (2018): Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung
  • Herrmann, Ulrike (2022): Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden
  • IAASTD (2009): Weltagrarbericht. Synthesebericht, Hamburg University Press
  • Meier-Seethaler, Carola (1988/2011): Ursprünge und Befreiungen. Eine dissidente Kulturtheorie
  • Meier-Seethaler (1997/2001): Gefühl und Urteilskraft. Ein Plädoyer für die emotionale Vernunft, S. 270
  • Mies, Maria (1988): Patriarchat und Kapital. Frauen in der internationalen Arbeitsteilung
  • Napoleoni, Loretta (2004): Die Ökonomie des Terrors
  • Norberg-Hodge, Helena (1991): Ancient Futures. Learning From Ladakh
  • Norberg-Hodge, Helena (2019): Local is our future. Steps to an Economics of Happiness; Netzwerk: https://www.localfutures.org/
  • Paech, Niko: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie, 2019 (elfte Auflage)
  • m. (1990): bolo’bolo
  • M. (2008): Neustart Schweiz. So geht es weiter
  • Raworth, Kate: Doughnut Economics, 2018
  • Rosa, Hartmut (2019): Resonanz
  • Rosa, Hartmut (2026): Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des Spielraums
  • Seidl, Irmi und Zahrnt, Angelika: Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft, 2019
  • Scheidler, Fabian (2015): Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation
  • Shiva, Vandana (2021): Wer ernährt die Welt wirklich? Das Versagen der Agrarindustrie und die notwendige Wende zur Agrarökologie
  • Vaughan, Genevieve: Schenkungsökonomie. Website: www.gift-economy.com
  • Von Werlhof, Claudia; Mies, Maria; Bennholdt-Thomsen, Veronika (1983/1988): Frauen, die letzte Kolonie

Martina C. Meier

Martina C. Meier
Jahrgang 1961. Biologin. Engagiert in der Ökologie-, Friedens- und Frauenbewegung. Wohnhaft in Wabern bei Bern/Schweiz.